
Von Nico Grünke*
Wird der Sekt schon gekühlt? Die Frage darf nach dem letzten Auftritt der Floorballer des UHC Weißenfels schon mal gestellt werden. Denn im Playoff-Finale um die deutsche Meisterschaft lieferte der Bundesligist gegen den MFBC Leipzig sozusagen eine Meisterleistung ab: Die beiden ersten Spiele der im Modus „Best of five“ ausgetragenen Finalserie entschied die Titelverteidiger für sich.
Dabei mussten die Weißenfelser am vergangenen Wochenende jeweils auswärts spielen, da die Messestädter als Bundesliga-Sieger zunächst das Heimrecht hatten. Doch den vermeintlichen Heimvorteil konnte der MFBC Leipzig nicht nutzen.
Der UHC setzte sich am Samstag mit 7:5 durch. Dabei mussten die Gäste zunächst einen Rückstand aufholen. Zwischenzeitlich stand es 3:1 für den MFBC. Aber auch das war für den UHC keine allzu große Hürde
Zwar stand es vor Beginn des dritten Abschnitts noch 3:2 für die Gastgeber, aber nach einem torreichen Schlussdurchgang hatten die Weißenfelser die Partie gedreht. Mikael Mähönen nahm mit dem siebten UHC-Treffer knapp eine Minute vor Ende die Spannung aus der von beiden Mannschaften fair geführten Partie.
Einen Tag später gingen beide Meisterschaftsaspiranten vor über 300 Zuschauern erneut fair zu Werke. „Es wurde aber schon etwas robuster“, sagte Phillip Weigelt zum zweiten Duell zwischen dem MFBC und dem UHC.
Die Leipziger wollten offenbar unbedingt nach Spielen ausgleichen, was aber nicht gelang, weil Weißenfels diesmal einen nahezu perfekten Start erwischt hatte: Max Bandrock, Pavel Linhart und Hannes Kowalewicz hatten mit ihren Treffern für eine 3:0-Führung der Gäste nach dem ersten Drittel gesorgt.
Den Rückstand holten die motivierten Leipziger nicht mehr auf. Im Gegenteil: der amtierende Deutsche Meister und frisch gebackene Pokalsieger aus Weißenfels baute seinen Vorsprung weiter aus und gewann souverän mit 6:2.
„Unser Defensivverhalten war stark“, freute sich Phillip Weigelt. Schlüsselfigur war dabei einmal mehr Tormann Pascal Reichert als felsenfester sicherer Rückhalt. Weigelt sprach auch das Angriffsspiel seiner Mannschaft an: „Da hatten wir eine bessere Bewegung drin als noch gegen Hamburg im Halbfinale.“ Der MFBC scheint der Spielweise des UHC entgegenzukommen.
Doch den Sekt will Phillip Weigelt noch nicht vorbereiten. Der Grund: Leipzig hatte im vorigen Jahr im Finale gegen den UHC beide Spiele in Weißenfels gewonnen und dann die Matchbälle in Leipzig nicht nutzen können. Es sei selten, dass auf dem Niveau ein Team drei Spiele in Serie gewinnt, weil sich die Trainer zumeist etwas einfallen lassen. „Wir gehen aber selbstbewusst in das kommende Heimspiel gegen Leipzig“, sagte ein gut gelaunter Phillip Weigelt.
Hartes Duell im Playoff-Halbfinale
Im Playoff-Halbfinale musste der UHC zuvor über fünf Spiele gehen, ehe man sich gegen den ETV Piranhhas Hamburg mit 3:2-Siegen - davon zweimal erst nach Penaltyschießen -durchsetzte.
Im fünften Match war es bis zum Schluss spannend: nach Ende der regulären Spielzeit und Verlängerung stand es 6:6. Im Shoot-out UHC-Spieler verwandelten die Gastgeber ihre Schüsse. Tormann Pascal Reichert hielt dann den fünften Schuss der Hamburg und entschied damit das Spiel.
*Nico Grünke ist freiberuflicher Journalist. Sein Beitrag erschien am 12. Mai 2026 in der Mitteldeutschen Zeitung Weißenfels / Foto: M. Kuch