
Vor knapp 2.000 Zuschauern wurde beim Final Four-Turnier in Zwickau der erste Titel der aktuellen Floorballsaison im Herrenbereich vergeben: Im Finale um den Deutschen-Pokal standen sich der UHC Sparkasse Weißenfels und die Dragons aus Bonn gegenüber.
Die Männer des UHC sichern sich dabei zum 13. Mal den Sieg und bleiben damit Rekordgewinner der Trophäe.
Torreich war die entscheidende Partie zwar nicht. Aber das konnte Tim Böttcher egal sein. „Die Partie war eher von Taktik geprägt“, meinte der Spielertrainer des UHC Weißenfels am Sonntag nach getaner Arbeit.
Starker Finalgegner
Nach drei dennoch spannenden Durchgängen durfte dann der UHC Weißenfels jubeln. Mit einem 4:2-Sieg verteidigten die Weißenfelser ihren Titel. Die zahlreich mitgereisten UHC-Fans durften sich gemeinsam mit ihrer Mannschaft freuen. „Die Unterstützung durch unsere Fans war großartig“, hob Böttcher hervor.
Eine nach fünf Minuten durch Mikael Mähönen erzielte Führung verteidigte der UHC im weiteren Partieverlauf erfolgreich. Doch die Dragons waren motiviert, vor allem nach ihrem außergewöhnlich guten Auftritt im Halbfinale: Gegen die Floor Fighters Chemnitz hatte sich der Turnierteilnehmer aus Nordrhein-Westfalen mit einem Kantersieg durchgesetzt. 11:4 hieß es am Ende für die Dragons gegen die zuvor hoch eingeschätzten Sachsen. Das besondere: Allein im letzten Drittel erzielte Bonn acht seiner elf Treffer. Chemnitz handelte sich immer wieder Kontertore ein.
Halbfinal-Sieg gegen Bundesliga-Meister
Der UHC dagegen machte es in seinem Halbfinale am Samstag zumindest toretechnisch etwas weniger spektakulär. Vor rund 1.000 Zuschauern setzten sich die Weißenfelser mit 4:2 gegen den Bundesliga-Sieger MFBC Leipzig durch. In dieser Partie war Böttchers Mannschaft in Führung gegangen und ließ sich diese nicht mehr nehmen.
Phillip Weigelt hatte in der achten Minute zum zwischenzeitlichen 1:0 getroffen. Noch vor der ersten Drittelpause erhöhte Tuukka Hytönen auf 2:0. Nach einem Treffer für den MFBC durch Svenson Hoppe und einem weiteren Tor für Weißenfels durch Markus Janusevskis hieß vor dem entscheidenden Drittel 3:1 für die Saalestädter. Lovis Sturm brachte die Sachsen knapp eine Viertelstunde vor Schluss noch einmal heran, doch erneut Hytönen markierte nur wenig Sekunden danach den Siegtreffer.
Endspiel bis zum Schluss spannend
„Das Spiel war anstrengend“, sagte Böttcher nach dem gewonnenen Halbfinale. In der weitgehend fair geführten Partie schenkten sich die Kontrahenten nichts: Ohne Verletzungen kam der UHC aus dem Spiel, doch Physiotherapeutin Carla Benndorf hatte danach viel zu tun, um die Weißenfelser einen Tag später wieder fit ins Finale schicken zu können.
Dass die Dragons Bonn gut kontern können, hatte sich gegen Chemnitz gezeigt. „Wir mussten uns darauf einstellen“, sagte Böttcher. Nachdem Mikael Mähönen die UHC in Führung gebracht hatte, glich Mikael Kiukkonen im zweiten Drittel für die Dragons zunächst ausgleichen. Böttcher selbst erzielte kurz vor Ende des Durchgangs das zwischenzeitliche 2:1.
Mit seinem zweiten Tor im Pokalfinale baute Mikael Mähönen den Vorsprung der Weißenfelser auf zwei Tore aus. Doch Jonas Bröker machte die Partie durch das zweite Tor der Bonner noch einmal richtig spannend.
Die Dragons nahmen noch einmal den Torhüter heraus, um mehr Druck zu entwickeln. Das nutzte Tuukka Hytönen. Der Finne machte kurz vor Schluss den 4:2-Siegtreffer für den UHC Weißenfels ins leere Tor.
Schon auf der Rückfahrt nach Weißenfels feierten die UHC-Männer gemeinsam im Bus. Einige UHC-Spieler hatten sich zudem den Montag frei genommen. „Meine Spieler haben sich das Feiern verdient“, sagte Tim Böttcher.
*Nico Grünke ist freiberuflicher Journalist. Sein Beitrag erschien am 14. April 2026 in der Mitteldeutschen Zeitung Weißenfels / Foto: Floorball Deutschland