
Das deutsche Floorball-Männerteam und die U19-Juniorinnen haben sich jeweils für die Weltmeisterschaften 2026 qualifiziert. Mit daran beteiligt waren je drei Männer und Juniorinnen aus Sachsen-Anhalt.
MIt einer souveränen Turnierleistung glänzten die beiden Nachwuchsspielerinnen der Red Devils Wernigerode Lilly Fiedler und Michelle Siedenberg (Foto). Sie hatten in Berlin mit ihrem Team ein Heimspiel.
Nach drei Siegen gegen Österreich (9:2), die Ukrainie (12:1) und Frankreich (16:0) kam es im abschließenden Duell gegen Ungarn zum Endspiel um den Gesamtsieg. Hier setzten sich die Gastgeberinnen mit 6:1 durch.
Lilly trug mit mit fünf Toren und drei Vorlagen ebenso einen wertvollen Beitrag wie Michelle (5 Tore/9 Vorlagen). Die WM-Endrunde der U19-Juniorinnen findet vom 27. April bis 3. Mai im italienischen Lignano Sabbiadoro statt.
Weißenfelser Herren erfüllen Erwartung
Die Herren sicherten sich ihr Ticket für die WM in Finnland im lettischen Liepaja mit vier Siegen. Die klimatischen Bedingungen hatten es dort richtig in sich: „Das hab ich auch noch nicht erlebt“, sagte Jan Berbig vom UHC Weißenfels. Er staunte über die Temperaturen im lettischen Liepaja. „Als wir dort ankamen, war es -25 Grad Celcius kalt“, erzählte Berbig. „Nach dem täglichen Morgenspaziergang war man auf alle Fälle wach“, schmunzelnde er. Neben dem jungen Verteidiger waren noch Phillip Weigelt und Niklas Blanke mit von der Partie.
Das Turnier verlief für Deutschland ausgesprochen erfolgreich - und die drei Verteidiger Berbig (2 Tore/1 Vorlage), Blanke (1/2) und Weigelt (0/1) leisteten dazu auch offeniv ihren Beitrag. Von den insgesamt fünf Spielen gewannen die Deutschen vier. Gegen Estland (11:5), Belgien (10:4), Spanien (10:2) und Italien (13:5) gab es zweistellige Erfolge. Nur gegen Favorit Tschechien gab es eine deutliche Niederlage. Mit 9:2 gewann der zweifache Vizeweltmeister das Duell.

Die Auswahl aus dem Nachbarland war aber ein echter Gradmesser. Bei den vergangenen Weltmeisterschaften 2024 gewann Tschechien Bronze. Davon können die deutschen Spieler aktuell nur träumen. Zuletzt Sprang Rang acht heraus. „Wir wären gern unter die besten fünf Mannschaften gekommen“, sagte Jan Berbig. Damit wäre die Qualifikation für die World Games gelungen. Ein großes Ziel der Auswahl, denn das hätte wohl auch Auswirkungen auf die Förderung der Sportart gehabt.
Taktik verändert
Aktuell ist es so, dass die Nationalspieler die Kosten für Turniere oder auch Trainingslager selber tragen müssen. Der Betrag für das Turnier in Lettland gestaltete sich pro Person dreistellig. Die Nationalspieler waren durch das sogenannte Crowdfunding - dabei wird einfach ausgedrückt für einen Zweck gesammelt - im Vorfeld unterstützt worden. Die Belastung nehmen die Spieler laut Berbig in Kauf. „Ich habe noch nicht gehört, dass ein Spieler aus dem Grund nicht mehr für Deutschland auflaufen will“, sagte der Lehramtsstudent.
Das Auftreten der deutschen Nationalmannschaft habe sich im Vergleich zu früher verändert, erwähnte Berbig. „Wir gehen mit einer anderen Taktik an die Spiele heran“, sagte der Weißenfelser. Es werden noch mehr Spielabläufe einstudiert und automatisiert.
Ob das die Chancen auf vordere Platzierungen bei Großereignissen erhöht? „Das wird sich zeigen, wenn wir gegen die großen Nationen oder auch Mannschaften spielen, die mit uns auf Augenhöhe sind“, so Berbig. (Text: FVSA/Nico Grünke - Fotos: IFF)