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VON NICO GRÜNKE*

Die Spieler des deutschen Rekordmeisters des UHC Weißenfels sprangen vor Freude im Kreis und luden die eigenen Fans zum mitjubeln ein.

„UHC, UHC“, skandierten die Anhänger währenddessen unablässig. Sowohl bei der Mannschaft, als auch beim mitgereisten Anhang wandelte sich die gerade noch kaum zu ertragende Spannung in ausgelassene Euphorie um.

Durch einen 6:5-Sieg konnten sich die vom Finnen Marko Ollonqvist gecoachten Weißenfelser im Play-off-Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen die Floor Fighters Chemnitz durchsetzen. 

Auf Gegner gut eingestellt 

Das Duell, das im Modus "best-of-five" ausgetragen wurde, ging in die fünfte und damit entscheidende Partie. Zuvor hatten sowohl die Weißenfelser als auch die Chemnitzer jeweils zwei Spiele für sich entscheiden können. Jetzt boten beide Meisterschaftsaspiranten vor knapp 750 Floorballfans einen regelrechten Krimi. Erst im Penaltyschießen wurde der Finalist ermittelt. Und da sollte UHC-Keeper Pascal Reichert zum Mann des Spiels avancieren.

Nach der regulären Spielzeit hatte es noch 5:5 gestanden. Bemerkenswert war, dass dieses Resultat schon nach dem zweiten Drittel Bestand hatte. Im abschließenden Durchgang sowie auch in der zehn Minuten währenden Verlängerung waren keine Treffer zu sehen. „Da hat man schon gemerkt, dass beide Mannschaften Fehler unbedingt vermeiden wollten“, sagte UHC-Spieler Phillip Weigelt. Dass die Gastgeber aufgrund des Auswärtssiegs knapp eine Woche zuvor in Weißenfels vielleicht einen psychologischen Vorteil hatten, wollte auch Phillip Weigelt nicht von der Hand weisen. 

Keine Selbstzweifel

Aber mit Selbstzweifeln war der Titelverteidiger aus Sachsen-Anhalt dennoch nicht zu den hochmotivierten Fighters gefahren. Marko Ollonqvist und seine Mannschaft hatten die Niederlage in Weißenfels offenbar gut verarbeitet. Unter der Woche wurde das Videomaterial vom verlorenen vierten Spiel intensiv ausgewertet. „Die Rotation von Chemnitz war deshalb jetzt weniger effektiv“, erwähnte Phillip Weigelt. In Weißenfels hatten die Sachsen dem UHC mit vermehrtem Positionswechselspiel noch den sprichwörtlichen Zahn gezogen. Vor allem die starken Finnen in den Reihen der Chemnitzer waren dadurch schwer ausrechenbar. 

Jetzt hatten die Weißenfelser, die überwiegend mit drei Reihen agierten, das Problem durch Manndeckung gelöst. Chemnitz, das lediglich mit zwei Reihen spielte, konnte auch deshalb nie die Führung in dem wichtigsten aller Halbfinalpartien übernehmen. Die Sachsen rannten teils einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Doch durch individuelle Klasse schaffte der Bundesligasieger immer wieder den Anschluss und dann auch noch den Ausgleich. 

Torwart glänzt 

Welches Team den Finaleinzug schaffen würde, musste also im Penaltyschießen entschieden werden. In der dann stillen Halle war die Spannung unglaublich hoch. Nervosität machte sich breit. Nur einer blieb in der Situation voll im Fokus: Der Mann mit der 99 auf dem UHC-Trikot: Torhüter Pascal Reichert entschärfte zunächst den ersten Penalty, den Camil Wagner für Chemnitz ausgeführt hatte.

Danach traf Stephan Kostrhun souverän für Weißenfels. Gleiches gelang später auch Jekabs Keiss für den UHC. Weil die Floorfighters bei allen ihrer vier Versuche an Pascal Reichert scheiterten, reichten die drei Treffer der Weißenfelser schon fürs Weiterkommen.

„Das war der Hammer“, freute sich Phillip Weigelt über die Leistung des eigenen Keepers, der mit klasse Reflexen und gutem Instinkt tadellos pariert hatte. „Vier gehaltene Penaltys, das habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte Phillip Weigelt weiter.

Schon vor dem Penaltyschießen hatten die UHC-Spieler ein gutes Gefühl. „Wir wussten, dass wir mit Pascal einen sehr guten Torhüter haben.“ Das Weiterkommen wurde gefeiert. Dabei wollten die Weißenfelser aber nicht übertreiben: Schon am kommenden Wochenende gibt es die ersten beiden Partien im Finale um die Deutsche Meisterschaft.

Neben dem UHC Weißenfels konnte sich dafür auch der MFBC Leipzig qualifizieren. Die Leipziger brauchten ebenfalls alle fünf Partien, um sich in ihrem Halbfinale gegen die Dragons aus Bonn durchzusetzen. Die ersten beiden Spiele um die Deutsche Meisterschaft werden in wenigen Tagen bei den Sachsen über die Bühne gehen. Vielleicht können die UHC-Fans dann auch dort wieder jubeln.

*Nico Grünke ist freiberuflicher Journalist. Sein Beitrag erschien am 31. März 2025 in der Mitteldeutschen Zeitung Weißenfels